Blick auf den Ötscher, © weinfranz.at

KLAR! im Naturpark Ötscher-Tormäuer

Der Klimawandel trifft die Regionen in Österreich unterschiedlich stark. Neben dem Klimaschutz ist auch die Anpassung an die unausweichlichen Folgen notwendig, um die Lebensqualität der Menschen nachhaltig zu sichern. Der Klima- und Energiefonds ermöglicht mit dem "KLAR!" Programm, Regionen sich ein Konzept zur Klimawandelanpassung zu erstellen und in Folge auch konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Die KLAR! Naturpark Ötscher-Tormäuer hat sich in den letzten Jahren in der Region als Entwicklungsmotor in der Klimawandelanpassung etabliert. Die KLAR! soll grundsätzlich ein partizipativer Prozess sein, in enger Abstimmung mit dem Naturpark, den Gemeinden und der Bevölkerung

Das Hauptziel der KLAR! Naturpark Ötscher-Tormäuer ist in den Problembereichen die Anpassung voranzutreiben, aber auch das Wissen, um die zukünftigen Änderungen in der Region bei allen Beteiligten zu steigern. Abseits dessen sollen sich ergebende Chancen, z.B. in der Landwirtschaft genutzt werden.

Problemfelder in der Region & Schwerpunkte der KLAR!

Landwirtschaft: Obwohl sich in der Landwirtschaft auch Chancen ergeben, werden durch Trockenheit und Dürre traditionelle Wirtschaftsweisen erschwert. Auch die Ausbreitung von Parasiten stellt ein Problem dar. Vor allem die klassische Almwirtschaft ist hier in Bedrängnis.

Forstwirtschaft & Jagd: Trockenperioden, Nassschnee und Sturm setzen die Wälder und vor allem die Fichte unter Druck. Schädlinge, wie Borkenkäfer, breiten sich über 1000 Meter Seehöhe aus und stellen eine existenzielle Bedrohung dar. Auch das Wild muss mit Trockenheit, Hitze und neuen Parasiten umgehen.

Gemeinden & Gemeinschaft: Vermehrte Trockenheit sind vor allem in der Grünraumpflege ein Problem – diese wird kosten- und zeitintensiver. Außerdem kommt es immer wieder zur Austrocknung von Quellen und somit zu Problemen in der Trinkwasserversorgung.

Tourismus: Durch immer weniger Tage mit geschlossener Schneedecke steht der klassische Wintertourismus in der Region vor einer großen Herausforderung. Extremwetterereignisse wie Starkregen, Felssturz, Sturm und Muren bedrohen die weitläufige Wanderinfrastruktur und erhöhen den Aufwand zur Sicherung der Wege enorm.

Chancen durch den Klimawandel

Die Änderung der Vegetationsperiode (früherer Beginn der Vegetationsperiode um 1-2 Wochen) ermöglicht den Anbau von Obst- und Gemüsesorten oder auch Getreide. Dies kann ein wirtschaftlich wichtiger Zweig für die regionale Landwirtschaft werden. Auch eine häufigere Heuernte kann in Zukunft möglich sein.

Für den Sommertourismus kann der Klimawandel eine Chance sein, um gezielt hitzegeplagte Städter anzusprechen und eine Sommerfrische wieder zu etablieren. Dazu trägt auch die Steigerung der Wandertage im Schnitt um 2-3 Tage bei und eine mögliche Verlängerung der Sommersaison in den Herbst.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

In der Region rund um den Ötscher wird in engen Kooperationen mit regionalen Stakeholdern und nationalen sowie internationalen Forschungseinrichtungen anwendungsorientierte Forschung im Klimawandel und Klimawandelanpassungsbereich betrieben. Die Forst- und Landwirtschaft setzt auf geänderte, angepasste Wirtschaftsweisen. Der Region ist es gelungen den Tourismus nahhaltig zu lenken und ein klimawandelangepasstes Konzept zu entwickeln hin zu einem sanften Ganzjahrestourismus. So werden auch die Chancen, die sich aus dem Klimawandel ergeben, genutzt.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Die Umsetzung zu einer KLAR! führt zu einem breiten Bewusstsein zu Klimawandel und Klimawandelanpassung in der Bevölkerung, was auch an die Vielzahl an Gästen der Region vermittelt wird. Durch die Vernetzung relevanter, regionaler Akteur:innen in der Region sowie die aktive Einbindung der Land- und Forstwirt:innen kommt es zu einer zukunftsorientierten Weiterarbeit und zu einer Anpassung der herkömmlichen Wirtschaftsweisen. Die Ernennung zu einer KLAR! ist auch in der touristischen Positionierung ein Start zu einer neuen Strategie eines klimafreundlichen, sanften Tourismus. Die Stärkung des regionalen Zusammenhalts, der Wertschöpfung und der Schaffung neuer Arbeitsplätze kann dem demografischen entgegenwirken. Die Projektmitarbeiter:innen können sich im Bereich Klimawandel und Klimawandelanpassung eine Kompetenz aufbauen und werden so für die gesamte Region zu Ansprechpartner:innen.

11 Maßnahmen zur Klimawandelanpassung

  • Klimazwerge im Naturpark
  • Phänologie in den Naturpark-Schulen
  • Die Naturpark-Jugend im Einsatz gegen den Klimawandel
  • Landwirtschaft im Klimawandel
  • Anbau alter Kulturpflanzen
  • Umweltbewusstes Verhalten in der Natur
  • Sicherung der Wanderinfrastruktur
  • Tourismus im Klimawandel
  • Regenwassernutzung
  • Wildbienen im Klimawandel
  • KLAR! Naturpark-Gespräche & Bewusstseinsbildung

Beteiligte Gemeinden:
Annaberg, Mitterbach am Erlaufsee, Puchenstuben, Gaming
Fläche: 415 km²
Einwohner*innen: 4181
Ansprechperson: Katja Weirer

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