Hintere Tormäuer, © weinfranz.at

Die Tormäuer

"Wo Ruhe und Kraft zu Spüren sind"

Seit Jahrtausenden bahnt sich die Erlauf ihren Weg. Sie durchschneidet die Landschaft und hinterlässt dabei spektakuläre Landschaften - die Tormäuer.

Auf schmalen Pfaden, angelegt von den Holzknechten die Generationen vor uns das Gebiet um den Ötscher besiedelten, lassen sich die Tormäuer erwandern. Steile Felswände, Wasserfälle und türkisblaues Wasser schaffen Orte der Ruhe und der Kraft gleichermaßen.

Die Tormäuer sind auch von großer geschichtlicher Bedeutung für den Naturpark, da mit dem Toreck der Gründungsort des Naturparks in dem Schluchtensystem liegt. Auch hier war der Bau eines Wasserkraftwerks geplant, welcher jedoch durch den Widerstand der einheimischen Bevölkerung verhindert werden konnte. So kam es im Juni 1970 zu der Gründung des Naturparks Ötscher-Tormäuer!

 

 

Die Tormäuer auf der Karte

50 Jahre Naturpark Ötscher-Tormäuer - Eine bewegte Geschichte

Der Naturpark Ötscher-Tormäuer besteht im Jahr 2020 bereits ein halbes Jahrhundert und blickt auf eine bewegte Gründungsgeschichte zurück mit einer folgenden, steten Entwicklung bis heute.

Prägend für den Naturpark Ötscher-Tormäuer ist neben dem markanten Ötschergipfel vor allem das Wasser, welches die bekannten Schluchten der Ötschergräben und Tormäuer formte. Und der Schutz des Wassers und der dazugehörigen Landschaft sind auch die Gründe für die Einrichtung des Naturparks.

1950-1960 Die Gründung

Die Niederösterreichische Elektrizitätswerke-Aktiengesellschaft (NEWAG), als Vorreiter der heutigen EVN, plante in den 1950er Jahren für ein Kraftwerk die Vorderen Tormäuer im Bereich der Toreckklamm aufzustauen. Zu diesem Zeitpunkt gab es aber bereits zwei Kraftwerke an der Erlauf im Bereich des heutigen Naturparks. Im Jahr 1911 ging das Kraftwerk Wienerbruck in Betrieb. Dazu wurde die Lassing in Wienerbruck und die Erlauf in Mitterbach aufgestaut und durch einen Stollen zum sogenannten Stierwaschboden geleitet. Mit dem nochmaligen Aufstauen des Wassers wurde das Kraftwerk Erlaufboden betrieben. Beide Kraftwerke sind heute noch in Betrieb.

Der Plan des neuen Projekts beinhaltete einen 7,5 Kilometer langen Stollen um den Stausee mit dem Kraftwerk zu verbinden. Eine Durchführung hätte allerdings die Überstauung der Hinteren Tormäuer und eine Trockenlegung der Vorderen Tormäuer zur Folge gehabt. Mehrere tausend Menschen haben sich daher zusammengeschlossen, um gegen dieses Kraftwerk vorzugehen und die einzigartige Flusslandschaft und das dazugehörige Schluchtensystem zu erhalten.

Im Jahr 1970 wurde aus dieser Protestbewegung letztendlich der Naturpark Ötscher-Tormäuer eingerichtet. Zuerst nur in den Gemeinden Gaming, St.Anton und Puchenstuben wurde das Gebiet 30 Jahre später auch auf die Gemeinden Annaberg und Mitterbach ausgedehnt und ist heute der größte Naturpark Niederösterreichs.

2015-2020 Die Entwicklung schreitet voran

Nach der Gründung war auch das Jahr 2015 ein entscheidendes Jahr für die Entwicklung des Naturparks. Im Rahmen der niederösterreichischen Landesausstellung "Ötscher:Reich die Alpen und wir" wurden viele Investitionen in der Region getätigt, Wanderinfrastruktur ausgebaut und das Naturparkzentrum Ötscher-Basis eingerichtet. Damit wurder ein entscheidender Schritt in die aktive Entwicklung des Naturparks gesetzt, um die vier Säulen - Bildung, Schutz, Erholung und Regionalentwicklung - zu bearbeiten.

Um dafür auch Zielsetzungen und einen Maßnahmenplan zu haben, wurde im Rahmen eines Bevölkerungsbeteiligungsprozesses mit mehr als 150 Personen aus der Region ein Naturparkkonzept erstellt. Die Erstellung wurde im März 2019 nach einem über einjährigen Prozess abgeschlossen. Für die nächsten 5 Jahre hat sich die Naturparkbevölkerung damit selbst einen Fahrplan gegeben, um in allen Bereichen zielgerichtet voran zu kommen.