Ötscher, © Mostviertel Tourismus, weinfranz.at

Das Klimaforschungszentrum Ötscher

Klimawandel-Lösungen für den alpinen Kulturraum

Gemeinsam mit der Zentraltanstalt für Meteorologie und Geondynamik (ZAMG) und der Donau-Universität Krems hat der Naturpark Ötscher-Tormäuer ein richtungsweisendes Projekt zur Erforschung des Klimawandels und der Biodiversität gestartet.

Geboren wurde die Projektidee bereits während der Erstellung des Naturpark-Konzeptes von 2017-2019. In einem intensiven Bürger*innenbeteiligungsprozess wurden damals Visionen zur Zukunft der Region gesponnen. Als ein Ergebnis entstanden daraus die sogenannten Big 5. Fünf Projekte die eine zielgerichtete, nachhaltige Entwicklung ermöglichen sollen. Eines dieser Leitprojekte ist auch ein Alpines Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität in der Region rund um den Ötscher. 

Lange Geschichte der Forschung – neue Möglichkeiten 

Mit der Erstbesteigung des Ötschers durch Charles de l'Écluse, genannt Clusius, im Jahr 1574 begann auch die Erforschung der Gegend. Der Hofbotaniker von Kaiser Maximilian II gilt als einer der bedeutendsten Pflanzenkundler und Erstbeschreiber vieler alpiner Pflanzen wie dem Clusius-Enzian oder der Clusius-Primel. Diese frühen botanischen Aufzeichnungen lassen nun Rückschlüsse auf die Änderungen in den letzten 450 Jahren zu und bieten die Möglichkeit sich mit spannenden wissenschaftlichen Fragestellungen auseinander zu setzen. Die Forschung soll in Ergänzung und im engen Austausch mit bestehenden Forschungseinrichtungen, dem Wildnisgebiet Dürrenstein und dem Wassercluster in Lunz, geschehen.  

Neben der langen Wissenschaftsgeschichte kommt dem Ötscher auch eine besondere Stellung im Übergangsbereich von mehreren Klimatypen in den östlichen Ausläufern der Alpen zu. Dies prädestiniert den Berg als Forschungsraum und meteorologische Messungen in der gesamten Ötscher-Region wären eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Messnetz der ZAMG. Dadurch kann es zu einer grundlegenden Verbesserung der Wetter- und Klimaforschung in Ostösterreich kommen. 

Machbarkeitsstudie im Endspurt 

In einem ersten Schritt wurde von den Projektpartnern nun eine Machbarkeitsstudie erstellt, welche bis Ende Mai fertig sein soll. Die Studie soll zeigen, wie ein Klimazentrum am Ötscher etabliert werden kann, welche Szenarien Sinn machen und welche Umsetzungsschritte und Ressourcen dazu notwendig sind.